Kaiserburg Trifels mit Anebos und Scharfenberg


Die Kaiserburg Trifels

Trifels war nicht nur eine einfache Ritterburg, nein, eine Kaiserburg war sie - und zwar die Lieblingsburg Kaiser Barbarossas!

Die vornehmste Königsfeste der Stauferzeit steht auf dem höchsten der drei kegelförmigen Burgberge oberhalb Annweilers, dem Sonnenberg.

Die Burg liegt 494 m hoch, 310 m über Annweiler, auf einem dreifach gespaltenen Felsen, welcher 145 m lang, 40 m breit und 50 m hoch ist. Daher leitet sich auch der Name "Tri - fels", also dreifacher Fels ab. Der Sonnenberg soll ursprünglich einen Ringwall getragen haben. Durch die Salier erhielt er eine Holz- und Steinburg. Erst die Staufer bauten ihn zur staatlichen Reichsburg aus. Er wurde Schatzkammer des Reiches und Aufbewahrungsort der Reichskleinodien (Kaiserkrone, Reichskreuz und Schwert), den höchsten Symbolen des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation. Heute sind hier die Nachbildungen der Reichskleinodien ausgestellt.

Der Trifels war auch ein bedeutendes Staatsgefängnis, berühmtester Gefangener war der englische König Richard Löwenherz (1193/94).

Panoramabilder von der Burg Trifels

Öffnungszeiten
Karwoche bis 30.09. von 9-18 Uhr, 01.10. bis Karwoche von 9-17 Uhr. Letzter Einlass 30 Minuten vor Schließung, im Monat Dezember geschlossen.
Anmeldung von Führungen

Bei schlechter Witterung kann die Burg Trifels darüber hinaus auch geschlossen bleiben. Erfahren Sie mehr unter Aktuelle Meldungen.

Eintrittspreise
Erwachsene 3 Euro (ermäß. 2,10 Euro), Kinder und Jugendliche (6-18 J.) 1,50 Euro, Gruppen ab 10 Personen 2 Euro (Kind 1 Euro), Familie 1 Erw. mit max. 4 Kindern 3 Euro (bei 2 Erw. 6 Euro, jedes weitere Kind 0,50 Euro)
Burg Anebos / Burg Scharfenberg "Münz"

Anebos, die mittlere Burg der Trifelsgruppe, ist die kleinste der drei Burgen. Von ihr sind auch die geringsten Reste vorhanden. Der Anebosfelsen, der „Dickkopf“, mit eingehauenen Balkenlöchern und glatten Wandflächen lässt die Vermutung zu, dass sich die Gebäude der Burg direkt an den Burgfelsen angelehnt hatten. Von der Ringmauer und den Gebäuden der unteren Burg findet sich kein aufsteigendes Mauerwerk. Erwähnenswert sind noch der ausgehauene Halsgraben und ein südlich des Felsens ausgemeißelter viereckiger Keller.

Die Anebos lässt sich nur vom 12. bis zum 13. Jahrhundert nachweisen. 1194 wird als Siegelzeuge ein Eberhart von Anebos genannt, 1234 eine Eliza de Aneboz. Nach 1250 gibt es keine Hinweise auf die Burg mehr, wahrscheinlich ist sie schon in diesen Jahren eingegangen.

Das Wahrzeichen der Burg Scharfenberg, der südlichsten Burg der Trifelsgruppe, der mit Buckelquadern verkleidete Bergfried, ragt weithin sichtbar über die Bergkuppe hinaus. Typisch für den Bergfried ist der hochgelegene Eingang, der nur über eine bei Einnahme der Burg abzubrechende Holztreppe erreichbar war. Somit diente der Turm den Verteidigern als letzte Zuflucht. An den Turm angelehnt befand sich ein ebenfalls mit Buckelquadern verkleideter Brunnenturm.

Die recht kleine Burganlage bestand aus der Unterburg und der Oberburg auf einem Felsen mit Bergfried. Von dem Zugang zur Unterburg finden sich keine Reste, auch die Ringmauer fehlt zum größten Teil. Nur im Nordosten und Südosten der Unterburg finden sich noch teilweise bis zu 5m hohe Teile der ehemaligen Ringmauer. Anhand von Kragsteinen an den Mauerresten lässt sich auf die Existenz von mehrgeschossigen Gebäuden im Bereich der Unterburg schließen.

Von der Oberburg sind außer dem Bergfried noch Teile der Mauer eines nordsüdlichen Wohnbaus erhalten, der den Burghof nach Westen begrenzte. Auch Teile der Ringmauer der Oberburg sind heute noch sichtbar. 1525 wurde die Burg im Bauernkrieg zerstört und ist seitdem Ruine. Der Baubeginn dürfte in das 11. Jahrhundert fallen. Der erste in Urkunden erwähnte Scharfenberger ist Berthold von Scharfenberg im späten 12. Jahrhundert. Der bedeutendste Vertreter dieser Linie war der Bischof von Speyer, Konrad von Scharfenberg, der später auch noch zum Bischof von Metz aufstieg. Die Burg hatte in diesen Jahrhunderten zwei wichtige Funktionen. Sie war Staatsgefängnis, in der hochrangige Gegner der jeweiligen Herrscher einsaßen, und sie diente als Münzprägestätte für die Reichsstadt Annweiler; daher rührt auch ihr Name im Volksmund – „Münz“. Nach dem Aussterben des Geschlechtes der Scharfenberger zu Beginn des 14. Jahrhunderts hatte die Burg in der Folge verschiedene Herren, bis sie gegen Ende des 15. Jahrhunderts an den Herzog von Zweibrücken fiel. 1525 ereilte sie dann als zweibrückische Burg ihr Schicksal.

Weitere Informationen finden Sie unter: www.burgen-rlp.de
Wandertipps

Burgenweg (Rundwanderweg Nr. 4) führt von Annweiler zu den 3 Burgen

Der Rundwanderweg führt zur Burg Trifels, einer der bedeutensten Burgen der Stauferzeit, und zu den Ruinen Anebos und Scharfenberg (Münz). Vom Trifels hat man einen unvergesslichen Blick über den Pfälzer Wald und das Queichtal bis in die Rheinebene.

Ausgangspunkt: Rathausplatz · Wanderzeit: ca. 2 ½ Stunden · Weglänge: 8km

Hauptstraße – Burgstraße Richtung Markwardanlage – am Wanderparkplatz rechts Richtung Bindersbach – Weg Nr. 4 bis zum Windhof – Markierung weißes Dreieck Ruine Scharfenberg (Münz) – zurück mit Nr. 4 zu den Fensterfelsen und Ruine Anebos – Parkplatz Schlossäcker – Reichsfeste Trifels (497m) – Rückweg bis Schlossäcker – Markierung weißes Dreieck sowie Weg Nr. 4 und 5 – Annweiler – Kurpark – Rathausplatz

Buntsandsteinpfad – Themenwanderweg um die Burgruinen Anebos u. Scharfenberg

Erfahren Sie alles über Färbungen, Schichtungen und Verwitterungsformen des Sandsteins vor Ort an den Objekten selbst. Insbesondere die Felsformation der Fensterfelsen (zwischen Anebos und Scharfenberg) lädt zur besonderen Betrachtung ein. Genießen Sie beim Erwandern auch einige herrliche Ausblicke auf die Reichsfeste Trifels, die Rheinebene und den Pfälzer Wald.

Der Buntsandsteinpfad Annweiler ist Teil des Rundwanderweges Nummer 4 und ist auf verschiedene Art und Weise zu erreichen: Vom Waldparkplatz an der Markwardanlage folgen Sie einfach der Markierung 4 zum Windhof. Von hier folgen Sie dem Symbol „Buntsandsteinpfad“ über die Burgruine Scharfenberg. Alternativ folgen Sie an der Markwardanlage dem Symbol „Zur Burg Trifels“. Auf den Schlossäckern folgen Sie dem Symbol Buntsandsteinpfad linkerhand der Gaststätte Barbarossa. Die Parkplätze Windhof und Schlossäcker erreichen Sie mit dem Auto über die Trifelsstraße. Folgen Sie in diesem Falle der Straßenbeschilderung zur Burg Trifels.
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